in Memoriam
Vom Mut, Großes zu wagen
Zwei Seelen wohnten in ihrer Brust: Hildegard Pawlowski, zeit ihres Lebens eine Frau von freiem Geist und großer sozialer Tatkraft, verfolgte die Arbeit von Publik-Forum manchmal mit einer Prise Grimm. Fast immer jedoch mit Begeisterung. Ja, sie hatte – damals, als 1971 die Wochenzeitung Publik »am katholischen Milieu gescheitert war«, wie es der Theologe Karl Rahner auf den Begriff brachte – den Mut, Großes zu wagen. Sie ermöglichte ihrem Ehemann Harald Pawlowski, Publik-Forum zu gründen – ohne Kapital, ohne Verleger, ohne Sicherheiten. Jedoch mit dem Idealismus vieler junger, kritischer Katholiken. Frau Pawlowski brauchte großen Mut, eine Familie mit drei heranwachsenden Töchtern zu managen und einem Ehemann den Rücken freizuhalten, der zwar Tag und Nacht arbeiten musste, jedoch in den Anfangsjahren nur einen Minilohn nach Hause brachte. Hildegard Pawlowski legte dennoch oder gerade deshalb großen Wert auf ein eigenständiges Engagement. Sie kümmerte sich um verarmte Familien, half unzähligen Frauen in Not.
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