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Europas Menschlichkeit wird im Mittelmeer verteidigt

Am Umgang mit Seenotrettern entscheidet sich, ob Europa noch von Werten sprechen darf
von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 27.07.2018
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Offenbach an einem Samstag Mitte Juli: Mehrere hundert Menschen haben sich vor dem Rathaus versammelt und demonstrieren für die Seenotrettung. Einige halten Schwimmwesten in die Höhe, andere Plakate, auf denen steht »Stoppt das Sterben« oder »Stell dir vor, in dem Boot säße dein Kind«. Auf den Rathausstufen steht die 24-jährige Medizinstudentin Maike am Mikrofon. Sie ist vor wenigen Wochen auf dem Schiff Seefuchs der Organisation Sea-Eye im Mittelmeer mitgefahren. »Da war ein Flüchtlingsboot mit 120 Menschen einige Seemeilen von uns entfernt«, erzählt sie. Doch die Seenotrettungsleitstelle in Rom habe ihnen mitgeteilt, »dass nicht wir verantwortlich seien, sondern die libysche Küstenwache.« Maike kämpft gegen die Tränen an und sagt: »Es ist kein libysches Schiff gekommen. Die Menschen sind ertrunken.«

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