Woelki soll prominenten Täter geschützt haben

Im Fall des 2019 gestorbenen Sternsinger-Präsidenten Wilfried Pilz, der in den 1970er-Jahren einen Schutzbedürftigen sexuell missbraucht haben soll, hat das Erzbistum Köln Fehler eingeräumt. Der Betroffene hatte sich 2012 an das Erzbistum gewandt, wo Pilz als Priester wirkte; 2014 erteilte der damalige Kardinal Joachim Meisner dem im Ruhestand lebenden Geistlichen einen Verweis und ordnete an, dass er sich Minderjährigen nur mit Begleitung nähern dürfe. Das Bistum Dresden-Meißen, in dem Pilz als Ruhestandsgeistlicher lebte, wurde aber nicht informiert, auch nicht das Kindermissionswerk »Die Sternsinger« in Aachen. Als Pilz starb, veröffentlichte der Kölner Personalchef einen hymnischen Nachruf. Nun hat das Erzbistum mögliche weitere Opfer des charismatischen Sternsinger-Präsidenten aufgefordert, sich zu melden – offenbar gibt es die. Das Erzbistum räumt ein, dass das Bistum Dresden-Meißen nach Meisners Verweis hätte informiert werden müssen. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller nannte das Verhalten des Erzbistums auch unter Kardinal Woelki »beschämend«, wegen der Prominenz von Pilz habe man die Sache möglichst lange unter der Decke halten wollen. Im Kölner Stadtanzeiger kritisierte Chefkorrespondent Joachim Frank, Woelki zünde »Nebelkerzen« und schiebe die Verantwortung von sich weg. Unterdessen gab das Erzbistum bekannt, dass die Staatsanwaltschaft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen Kardinal Woelki mangels Anfangsverdacht abgelehnt habe – mehrere Strafanzeigen hatten ihm Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern vorgeworfen.
