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Leserbrief
Arbeit für Taschengeld

vom 23.07.2024
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Zu: »Zeit gegen Geld« (12/2024, Seite 28-30)

Ich bin unbedingt für einen obligatorischen sozialen Gesellschaftsdienst für alle jungen Menschen. Und auf freiwilliger Basis auch für ältere Menschen. Ich selbst habe, als ich Mitte 40 war, ein Jahr lang einen Friedensdienst im Bürgerkrieg in Nordirland geleistet. Was mir unschätzbare Erfahrungen beschert hat, die ich seitdem versuche umzusetzen. Ich habe nur ein Taschengeld bekommen, was mich in die Lebenssituation von Menschen mit geringem Einkommen versetzt hat. Dadurch habe ich auf viele Bequemlichkeiten verzichtet, bin aber kreativer geworden und habe mehr Achtung vor dem Geldausgeben bekommen. Ich bringe der – nicht nur finanziellen – Bedürftigkeit der Menschen mehr Empathie entgegen. Und ich bin viele meiner Vorurteile losgeworden. Meine Neugierde auf andere Kulturen und Religionen ist so gewachsen, dass es mir in dieser auseinanderdriftenden Gesellschaft ein starkes Anliegen geworden ist, Begegnungen zu schaffen und Verbindungen zu knüpfen mit Menschen rund um die Welt. Ingeborg Ott, München

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 14/2024 vom 26.07.2024, Seite 62
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