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Gemeinschaft auf Abstand

vom 14.08.2020
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Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Das hat Jesus seinen Anhängern versprochen. Der Satz wird bis heute von Christen in aller Welt als Aufruf verstanden, sich im Namen Jesu Christi zu versammeln und gemeinsam in die Gegenwart Gottes einzutauchen. Seit dem Frühjahr dieses Jahres aber ist das nicht mehr so einfach. Die Corona-Pandemie zwingt zu Distanz. Einzelne Gemeinden, die Abstand, Mund-Nasen-Schutz und Hygieneregeln nicht so ernst nahmen, mussten auf schmerzliche Weise erfahren, dass Gottvertrauen nicht immun gegen das Virus macht: Gottesdienste wurden zu Super-Spreading-Events, Hunderte steckten sich an. Die großen Kirchen in Deutschland aber akzeptierten die Einschränkung der Religions- und Versammlungsfreiheit am 20. März in einem gemeinsamen Wort ausdrücklich und suchten nach anderen Formen der Gemeinschaft und Verkündigung, vor allem über Streaming-Gottesdienste im Internet. Seit Anfang Mai sind in Deutschland wieder Präsenzgottesdienste erlaubt. Auf manche Menschen wirken Abstandsregeln, Maskenpflicht und das Verbot zu singen jedoch so abschreckend, dass sie sich in ihrer spirituellen Gemeinschaftserfahrung gestört fühlen.

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