Wortmagische Beschwörung
Es ist nicht verwunderlich, dass experimentelle Autoren des 20. Jahrhunderts wie Helmut Heißenbüttel, Franz Mon oder Eugen Gomringer auf den 25-zeiligen, titellosen Text von Johann Caspar Schade aus dem späten 17. Jahrhundert aufmerksam wurden. Denn der lutherische Prediger und Dichter, der den pietistischen Reformbestrebungen eines August Hermann Francke nahestand, hat mit diesem rätselhaften Text ein Werk geschaffen, das man trotz der strophischen Gliederung zu je fünf Versen kaum als Gedicht im konventionellen Sinne bezeichnen kann. Es ist, seiner Zeit weit voraus, vielmehr ein Stück Konkreter Poesie.
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Armin Rohrwick ist Germanist und arbeitet als Layouter bei Publik-Forum.

