Der Poet des hauchdünnen Schweigens
Nachdem er lange im Café gesessen und viele Fragen über sein Leben beantwortet hat, will Wilhelm Bruners noch ein wenig draußen unter den Bäumen einhergehen und sich die Beine vertreten. Die vielen Lebensereignisse, von denen er im Café berichtet hat, klingen beim Gehen im Schweigen noch nach. »Am Ende komme ich immer wieder bei der Geschichte von Elija an«, sagt er dann, als wolle er damit ein Fazit aus all dem Gesagten ziehen. Der Prophet Elija hat sich in endlosen Kämpfen verausgabt, wird verfolgt, erlebt Feuer, Sturm und Erdbeben. Aber Gott war nicht im Sturm, nicht im Feuer und nicht im Beben. »Dann spürt Elija dieses sanfte Säuseln. In manchen Übersetzungen heißt es: ein hauchdünnes Schweigen. Martin Buber übersetzt: ein verschwebendes Schweigen.« In diesem Schweigen war Gott.
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