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»Weg mit der Moral des Gehorsams«

1968 und die Protestanten: Als der Glaube politisch wird und Theologen den Tod Gottes verkünden
von Michael Hollenbach vom 24.08.2018
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Es war ein Jahr, das es in sich hatte: 1968 kämpften nicht zuletzt junge Theologinnen und Theologen gegen den Vietnamkrieg und die Notstandsgesetze. Und sie hinterfragten radikal traditionelle Vorstellungen und überkommene Rituale in der Kirche. Fast alles musste nun legitimiert werden, erinnert sich Manfred Berg, damals Pfarrer der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) in Berlin: »Wenn wir Trauungen von Studentenpaaren vorgenommen haben, dann mussten vor der Trauung der Bräutigam und die Braut den anderen Studierenden erklären, warum sie nun in den Ehestand eintreten wollten.« Für Berg war das Zeichen einer neuen Ethik: »Es sollte nicht eine Moral des Gehorsams sein, sondern eine der persönlichen Entscheidung.« Die ESG diskutierte die sexuelle Revolution und stellte die Frage: »Muss es immer Ehe sein?«

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