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Kleiner wohnen

Das eigene Haus im Grünen gilt nach wie vor als der Wohntraum schlechthin. Gleichzeitig leben immer weniger Menschen gemeinsam in einem Haushalt. Passt das Einfamilienhaus noch zu dieser Gesellschaft?
von Heike Baier vom 23.08.2019
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Als das zweite Kind da war, fanden die Diesels, dass es nun Zeit wäre für ein eigenes Haus. Warum – das war für Heribert Diesel nie eine Frage. Seine Kinder sollten im Garten spielen können, und schließlich hatte er selbst jahrelang Bausparverträge verkauft und die Vorzüge des Eigenheims als Altersversorgung angepriesen. Heribert Diesel leitete die Sparkasse im münsterländischen Saerbeck und wohnte mit seiner Familie in der Mietwohnung direkt über der Filiale, auf 110 Quadratmetern. Wenn er in fröhlichem Westfälisch seine Geschichte erzählt, klingt es geradezu unausweichlich: »Wer Familie hatte und es sich leisten konnte, besaß ein Haus«, so war das damals, 1981, in der prosperierenden Gemeinde zwischen Münster und Osnabrück. Die Diesels fanden ein Grundstück mit 844 Quadratmetern und bauten darauf. Ihr Garten war so groß, dass die drei Söhne darin prima Fußball spielen konnten, und im Haus mit 200 Quadratmetern Wohnfläche war genug Platz, dass sie mehrmals junge Europäer im Freiwilligenjahr beherbergen konnten. »Wir haben sehr großzügig gewohnt, und das war toll«, findet der Rentner Diesel rückblickend. Es war vor acht Jahren, er war damals 62 und die Kinder längst ausgezogen, als seine Frau erstmals vorschlug: »Wollen wir das Haus nicht verkaufen?« Diesel reagierte zunächst abwehrend. »Unser Haus verkaufen?« Mit den vierzig Hirschgeweihen im Keller, von denen jedes seine eigene Jagdgeschichte hat?

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