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Polizeigewalt
Ein tödlicher Sommer

Der Tod eines 16-Jährigen bei einem Polizeieinsatz in Dortmund offenbart strukturelle Missstände bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Ein Kommentar.
von Gerhard Klas vom 27.08.2022
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Gerhard Klas, geboren 1967, ist freier Journalist und lebt in Köln. (Foto: Privat)
Gerhard Klas, geboren 1967, ist freier Journalist und lebt in Köln. (Foto: Privat)

Es könnte ein Lehrbeispiel an einer Polizeischule über einen völlig schiefgelaufenen Einsatz sein: Ein psychisch labiler, suizidgefährdeter 16-Jähriger aus dem Senegal, seit wenigen Monaten in Deutschland und der deutschen Sprache nicht mächtig, dessen Bruder auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken ist. Der Anruf eines Betreuers bei der zuständigen Polizeidienststelle, weil der Geflüchtete mit einem Messer im Hof einer kirchlichen Jugendeinrichtung sitzt und droht, sich selbst zu töten. Elf Polizeibeamte, die dort hinrasen. Sie haben weder einen Übersetzer noch einen Psychologen dabei, dafür aber Pfefferspray, Elektroteaser und eine Maschinenpistole. Sämtliche Bodycams – die am Körper installierten Kameras gehören mittlerweile zur Standardausrüstung – sind ausgeschaltet. Die drei Waffen kommen nacheinander zum Einsatz: Pfeffer, Stromschläge und fünf MP-Kugeln, die den Jugendlichen im Oberkörper treffen. Er stirbt im Krankenhaus. Die Beamten geben an, sich bedroht gefühlt zu haben.

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Schlagwörter: NRW Polizei Polizeigewalt
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