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»Wir sind nicht eingeladen«

Warum bekommen die liberalen Juden keine Chance, mit dem Papst ins Gespräch zu kommen? Ein Brief der Jüdin Sonja Güntner an Benedikt XVI.
von Sonja Güntner vom 06.09.2011
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Eure Heiligkeit, in diesen Tagen erinnere ich mich zurück an Ihre Wahl zum Papst, im April 2005. Ich lebe seit vielen Jahren in Nähe zum Kölner Dom und konnte so auch als Jüdin hautnah zunächst die große Erschütterung erfahren, die der Tod Ihres Vorgängers in der katholischen Welt auslöste, und dann teilhaben an der Spannung, mit der das Konklave verfolgt wurde. Der »Dicke Pitter«, die größte Glocke des Doms, die regelmäßig nur in der Silvesternacht zu hören ist und deren Schwingungen man lange spürt, bevor sie dann auch hörbar werden, hat alle Ereignisse mit ihrem Geläut begleitet. Sie hat nacheinander der ganzen Stadt Trauer, Spannung und – mit dem längsten Läuten – Freude über Ihre erfolgte Wahl verkündet.

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