Kein Land in Sicht
Die Lebensretter sind müde. Wer dieser Tage bei Ärzte ohne Grenzen oder Sea-Watch anruft, um über Seenotrettung im Mittelmeer zu sprechen, hört aus den Stimmen der Aktivisten vieles heraus: Wut und Frustration über den Umgang der Politik mit Geflüchteten, Enttäuschung, aber vor allem: Erschöpfung. Rund 70 000 Menschen hat Ärzte ohne Grenzen in den vergangenen zwei Jahren aus dem Meer gezogen, 5000 hat Sea-Watch allein dieses Jahr an Bord genommen. Und neben diesen beiden gibt es noch viele weitere Organisationen, die im Mittelmeer Menschen retten und damit »einspringen für die Staaten der Europäischen Union, die eigentlich diese Arbeit leisten müssten«, wie Gianni de Robertis, Direktor der Flüchtlingsfachstelle der Italienischen Bischofskonferenz, es ausdrückt. Aber das ist nur eine Sichtweise.
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