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Austausch in beide Richtungen

Ein Verein ermöglicht Freiwilligendienste für Menschen aus dem Süden
von Heike Baier vom 06.09.2019
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Helfen ist gar nicht so einfach: Ohne Einfühlungsvermögen missrät Hilfe leicht zur Geste von Überlegenheit. Diese Lektion lernen viele junge Freiwillige, die nach dem Abitur voller Idealismus in die Welt reisen, um »etwas Gutes« zu tun. Zum Beispiel mit dem staatlich geförderten Programm Weltwärts oder mit einem der kommerziellen Kurzfreiwilligendienste. Sie kehren zurück voller Eindrücke und mit manchem Zweifel: Selbst kaum erwachsen, haben sie in Südamerika oder Afrika Waisenkinder betreut oder Schulklassen unterrichtet, ohne je dafür die Kompetenzen erworben zu haben. Auch die Studentin Alina Pröckl kehrte mit diesem Zweifel von ihrem Weltwärts-Jahr in Peru zurück. Sie fand Rückkehrer, denen es ebenso ging, im Verein Zugvögel – Grenzen überwinden und schloss sich der Gruppe an ihrem Studienort Lüneburg an. »Die meisten von uns haben einen Freiwilligendienst gemacht und kamen total bereichert zurück. Wir hatten eine Sprache gelernt und Auslandserfahrung gesammelt – aber im Endeffekt im Gastland keinen Mehrwert hinterlassen.« Denn die mühsam ausgebildeten Helfer werden nach einem Jahr wieder ausgetauscht. »Wir empfinden es als unfair, dass junge Menschen aus dem globalen Süden nicht die gleichen Chancen haben, einen Freiwilligendienst im Norden zu leisten. Dass wir überall hinreisen dürfen, sie jedoch nicht.«

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