Personen und Konflikte
Sadiqu Al-Mousllie, Sprecher des niedersächsischen Landesverbands des Zentralrats der Muslime in Deutschland, ist empört darüber, dass Richter und Staatsanwälte in Niedersachsen künftig keine religiösen Symbole wie Kopftuch, Kippa oder Kreuz in öffentlichen Verhandlungen tragen dürfen. Das Kopftuch sei in vielen Gegenden Deutschlands längst Alltag. »Diesen Frauen wegen ihrer Religion zu misstrauen, ist vollkommen unredlich.« Durch das geplante Gesetz würden religiöse Menschen in aller Öffentlichkeit stigmatisiert und als parteiisch, befangen und voreingenommen diffamiert. »Das Vertrauen einer multireligiösen und multiethnischen Gesellschaft in unseren Rechtsstaat wird dadurch extrem geschwächt.« Dagegen sagte Stephanie Springer, Präsidentin des hannoverschen Landeskirchenamtes, sie halte es für richtig, wenn Richter und Staatsanwälte bei der Amtsausführung religiöse Symbole und Kleidungsstücke nicht auffällig sichtbar tragen dürften. Kleine diskrete Zeichen sollten erlaubt bleiben.
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