Lila Lamm und schwarzes Herz
Mit bloßen Händen wühlt Pedro Briceño in der schwarzen Erde und zieht eine Knolle nach der anderen heraus. Gelb, himbeerfarben, rostbraun oder schwarz sind die Kartoffeln – und sein ganzer Stolz. Sie haben übersetzt so klangvolle Namen wie Flaschenbohne, lila Lamm, Zudringliche, Eigelb, schwarzes Herz, schwarzer Totenkopf, Apfel und Wunderbare. Der 60 Jahre alte Pedro Briceño ist ein Pionier. Als er 2008 anfing, sich für die alten Landsorten zu begeistern, hielten die Nachbarn ihn für verrückt. Inzwischen leben er und seine Familie vom Verkauf alter, angepasster Kartoffelsorten. Die Felder der Familie Briceño in Ventaquemada in Kolumbien liegen auf 2600 Metern mitten in einer hügeligen Landschaft, etwa eineinhalb Stunden von der Hauptstadt Bogotá entfernt. So alltäglich die Kartoffel in Kolumbien auf dem Teller ist – so komplex ist ihr Anbau. Die Knolle benötigt konstante Temperaturen und regelmäßige Niederschläge. Zudem ist sie anfällig für Krankheiten.
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