Migranten und ihre Glaubensrichtungen
Wo selbst Iren nicht »weiß« genug waren
Katholiken waren in den Vereinigten Staaten seit dem 16. Jahrhundert eine kleine Minderheit unter den zumeist protestantischen Siedlern. Erst im 19. Jahrhundert wanderten zum Beispiel viele katholische Iren wegen der von Großbritannien ausgelösten Hungersnot nach Amerika aus. Katholiken gehörten aber keineswegs zu den »weißen« Christen, von denen viele MAGA-Anhänger heute sagen, dies sei das Amerika gewesen, das die Verfassungsväter vor Augen hatten. Diese Europäer waren, genauso wie die südamerikanischen Katholiken, nicht »weiß« genug, sie wurden rassistisch diskriminiert und wirtschaftlich ausgebeutet. Unter den Einwanderern herrschte eine klare soziale Hierarchie nach Herkunft, Klasse und Geschlecht. Grundsätzlich gab es zwar Aufstiegsmöglichkeiten, meist aber nur für Männer, die dann den American Dream verkörperten. Frauen war dies nur selten möglich. Erst mit John F. Kennedys Präsidentschaft (1961-1963) sind die Katholiken in der Gesellschaft angekommen.
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