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Schreiben ist leben, überleben

von Birgit-Sara Fabianek vom 21.09.2018
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Hörbuch. Viele ihrer mehr als 2500 Gedichte gehören zum Schönsten, was in deutscher Sprache geschrieben wurde. Dabei war Dichten für Rose Ausländer weniger eine Kunst oder eine Suche nach Schönheit als eine Lebensnotwendigkeit. »Warum ich schreibe? Weil Wörter mir diktieren: schreib uns. Sie wollen verbunden sein, Verbündete. Wort mit Wort mit Wort. Eine Wortphalanx für, die andere gegen mich.« Um an das Jahrhundertwerk der vor dreißig Jahren gestorbenen Dichterin zu erinnern, hat der Griot-Verlag in zweijähriger Arbeit das Programm »Wirf deine Angst in die Luft« speziell für dieses Gedenkjahr aufgelegt. Das musikalisch-literarische Hörbuchporträt ist eine außergewöhnliche Mischung aus Originalaufnahmen aus den Jahren 1976 und 1977, in denen Rose Ausländer einige ihrer Gedichte mit klassisch rollendem R selbst vorliest, und einer Lesung der berühmtesten Gedichte Ausländers von Alica Fassel, die in sieben Kapiteln durch das Leben der Dichterin führt. Dazu hat der Komponist Jan Rohlfing eigens für dieses Projekt musikalische Klangbilder geschaffen, die mal für sich stehen und mal die Lesung begleiten. »Schreiben ist leben, überleben« heißt es in einem der Gedichte Ausländers. Die jüdische Dichterin, 1901 in der Bukowina geboren, überlebte das Ghetto von Czernowitz in einem Kellerversteck. Es war für sie eine von ungeheurer Angst und Trauer besetzte Zeit, die sich in ihr einschrieb und für die sie beständig nach Ausdruck suchte.

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