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Sehnsucht nach dem Ort, wo das Hiersein genügt

von Christoph Fleischmann vom 23.09.2022
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Heimat, auch wenn es nicht immer schön ist: »Liebe deine Stadt« prangt normalerweise über der großen Autostraße in Köln. Foto: Thomas Brill/Merlin Bauer »Liebe deine Stadt I«
Heimat, auch wenn es nicht immer schön ist: »Liebe deine Stadt« prangt normalerweise über der großen Autostraße in Köln. Foto: Thomas Brill/Merlin Bauer »Liebe deine Stadt I«

Ausstellung. Die Worte »making being here enough« (dafür sorgen, dass hier zu sein genügt) stehen mehrmals auf einer kleinformatigen Collage der Künstlerin Roni Horn. Sie sind das Motto der neuen Jahresausstellung im Kolumba-Museum des Erzbistums Köln. Die Collage hängt am Aufgang der engen und fensterlosen Treppe im Bau des Star-Architekten Peter Zumthor. Wer sie hinaufsteigt, findet oben einen Kupferstich aus dem 18. Jahrhundert mit Jakobs Traum von der Himmelsleiter; daneben eine Serie von Stichen über die Weihe eines Kirchbaus. Ist der Ort der Gottesbegegnung der Ort, wo das Hiersein genügt und die Menschen von allen Anforderungen befreit sind? Roni Horns Motto trägt einen performativen Widerspruch in sich: Das Hiersein, das sich selbst genügt, muss erst »gemacht« werden: Ein Ort muss erst durch einen Kirchbau als besonderer Ort markiert und die Kirche nach einem exakten Ritus geweiht werden.

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