Nordisches Modell
Bär fordert Prostitutionsverbot
Das sogenannte Nordische Modell, das auf die Bestrafung der Kunden von Prostituierten und nicht auf die Kriminalisierung Sexarbeitender abzielt, gilt schon in Schweden, Norwegen und Frankreich. Jetzt hat Dorothee Bär, Unionsfraktionsvize, sich für ein Sexkaufverbot auch in Deutschland ausgesprochen. »Die Situation von Prostituierten in Deutschland ist dramatisch. Wir brauchen dringend einen Paradigmenwechsel«, sagte die CSU-Politikerin.
Nach ihrer Schätzung gibt es bundesweit ungefähr 250 000 Prostituierte. Die meisten kämen aus dem Ausland, nur ein Bruchteil sei behördlich angemeldet. »Deutschland hat sich zum Bordell Europas entwickelt«, sagte Bär. Am Beispiel Schwedens zeige sich, dass die Zahl der Prostituierten mit einem Sexkaufverbot drastisch zurückgehe.
Der Bundesverband für sexuelle Dienstleistungen lehnt Bärs Vorstoß dennoch ab. Ein Sexkaufverbot führe für Sexarbeitende in prekären Situationen zu noch schlechteren Arbeitsbedingungen, sagte Sprecher Kolja-André Nolte. »Gerade diejenigen, die eigentlich gerettet werden sollen, müssen in der Sexarbeit verbleiben«, sagte er. Das betreffe all diejenigen ohne berufliche Alternative.

