Geraubtes Land
Hier und da schnarcht ein Mensch. Ab und zu weint ein Baby. Dutzende Glühwürmchen blinken im Dunkel der Wiese. Kinder und Alte, Frauen und Männer schlafen auf Brettern und schmutzigen Decken. Nachts werden sie von Tausenden Mücken gestochen. Krankheiten wie Malaria und Dengue gehören zu ihrem Alltag. 36 Familien leben auf der Finca Bella Flor im Nordosten von Guatemala. Sie haben Äste in den Boden gerammt und schwarze Plastikplanen daran befestigt, um sich ein wenig vor Regen und Wind zu schützen. Dreimal schon sind die Familien von dem Grundstück vertrieben worden, mal von einer Hundertschaft Polizisten, mal von raubeinigen, schwer bewaffneten Pistoleros, die von ein paar reichen Großgrundbesitzern einen Räumungsauftrag bekommen hatten. Doch jedes Mal kamen die Familien zurück, um ihre provisorische Siedlung erneut aufzubauen. Zuletzt vor einem Monat.
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