Merhaba heißt willkommen
Die an der Bremer Schlachte gelegene Kulturkirche St. Stephanie ist ausverkauft. Rund 700 Menschen – davon weit über die Hälfte aus der türkischen Gemeinde – sind gekommen, ihn zu hören: Zülfü Livaneli. Der dramaturgische Aufbau des Abends sieht vor, dass zunächst vier Musiker das Publikum mit seinen berühmtesten Filmmusiken einstimmen, gespielt auf Klavier, Cello, Saxofon und Kanoun. Dann endlich betritt der lang erwartete Star des Abends die Bühne: in blütenweißem Hemd, das er locker über der dezent grauen Anzughose trägt, braun gebrannt, die hellgrauen, leicht gewellten Haare sorgfältig frisiert. Mit strahlendem Lächeln schreitet der 65-Jährige bis zum Bühnenrand, nimmt in einer großen Geste die Arme hoch und grüßt die begeistert klatschende und mit Füßen trampelnde Menge. Noch in den lang anhaltenden tosenden Applaus hinein beginnt er zu singen. Es wird ruhig in der Kirche. Doch schon nach wenigen Takten schwebt ein langsam anschwellendes Summen im Raum. Beim Refrain endlich gibt es kein Halten mehr, die Menge stimmt lauthals ein.
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