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Schöner Bauen

Warum sind moderne Siedlungen oft so öde und langweilig? Warum flanieren wir lieber durch Altstädte als durch Neubauviertel? Der Bamberger Architekt und Stadtplaner Franz Ullrich sucht den »besonderen Geist« der Stadtplanung und findet ihn in Barcelona, Berlin und Hamburg
von Katharina Müller-Güldemeister vom 05.10.2018
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Im Urlaub flanieren wir viel lieber durch Altstädte als durch Neubauviertel. Und zum Wohnen scheint vielen die Gründerzeitwohnung attraktiver als ein Erstbezug. Warum lässt uns die zeitgenössische Architektur eigentlich so kalt? Haben wir verlernt, schön zu bauen? Und was heißt eigentlich schön? Wenn Menschen von schönen Städten schwärmen, fallen häufig Namen wie Amsterdam, Wien, Lissabon und Florenz, in Deutschland etwa Freiburg, Lübeck, Heidelberg und Quedlinburg. Diese Städte sind sehr unterschiedlich, manche sind nah am Wasser gebaut, andere bieten einen reizvollen Blick in die Berge, aber all diesen schönen Städten ist gemein, dass sie alt sind. Ob romanische Staffelgiebel oder schiefe Fachwerkhäuser, die aussehen, als bräuchten sie die Nachbargebäude, um nicht umzufallen – nahezu alles, was älter ist als hundert Jahre, versetzt uns in Verzückung. Städte, die vom Krieg verschont wurden und eine intakte Altstadt haben, verzeichnen deutlich höhere Besucherzahlen als solche, die im Sinne der Moderne wiederaufgebaut wurden. Manchmal reicht sogar eine Simulation von Alter: In Frankfurt am Main wurde soeben die »neue Altstadt« eröffnet – eine nostalgieselige Rekonstruktion, die Architekten entsetzt und Touristen begeistert.

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