Wenn der Controller leise atmet
Alle zwei Stunden erscheint auf dem Monitor von Robert Will eine Uhr, der Bildschirm friert ein. Dann hält der 47-jährige Controller einen Augenblick inne, konzentriert sich zwei Minuten lang auf seinen Atem. Oder er macht eine kurze Gehmeditation im großen Besprechungszimmer der Firma. »Man kann das Innehalten während eines Arbeitstages richtig üben«, sagt Will, der in einer größeren Speditionsfirma arbeitet. Die Achtsamkeit am Arbeitsplatz hat er in einem buddhistischen Zentrum in Berlin Charlottenburg gelernt, beim Netzwerk Achtsame Wirtschaft. Die Mitglieder dieses Netzwerks zweifeln an dem alten Grundsatz der Ökonomie, dass der Mensch ein Egoist und Egoismus gut für die Wirtschaft sei. »Wenn wir Achtsamkeit und Bewusstheit üben, verändert sich auch unser Handeln als Unternehmer, Arbeitnehmer oder Konsument«, sagt Kai Romhardt, der Gründer des Netzwerkes.
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