Die Sehnsucht nach dem »liberalen« Islam
Im derzeitigen gesellschaftlichen Klima ist es sicherlich nicht übertrieben, festzustellen, dass die meisten Deutschen entweder einen anderen oder gar keinen Islam im Lande wünschen. Oft ist die Rede von »dem Islam«, als gäbe es ihn nur in einer einzigen Erscheinungsform, und von »den Muslimen«, die allein auf ihren Glauben reduziert und als Fremdkörper wahrgenommen werden. Kein Wunder also, dass sich die Öffentlichkeit empfänglich zeigt für ein Phänomen, das sich als »liberaler« Islam bezeichnet. Einen »liberalen« oder am besten gleich »säkularen« Islam erhofft sich derzeit auch das Innenministerium von der Deutschen Islamkonferenz, die im November neu zusammenkommen wird. Klingt in den Ohren vieler Nichtmuslime gut, hat aber ein Problem: Die meisten Mitbürger muslimischen Glaubens können mit derlei Etiketten nichts anfangen.
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Muhammad Sameer Murtaza, geboren 1981, ist Islam- und Politikwissenschaftler. Er arbeitet bei der von Hans Küng gegründeten Stiftung Weltethos.
In der nächsten Ausgabe
begründet Leyla Jagiella, warum ein liberaler Islam notwendig ist
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