Streit um Kirchengelder für die Rettungsmission der »Lifeline«
Wahrscheinlich wissen die meisten Katholiken in Deutschland nicht einmal, dass ihre Bischöfe über einen Fonds verfügen, aus dem sie – ohne Rücksprache halten zu müssen – schnell und unbürokratisch helfen können. Und sie hätten vermutlich auch nie erfahren, dass die Bistümer München und Freising sowie Paderborn dem Seenotrettungsschiff Lifeline jeweils 50 000 Euro gespendet haben, wenn sich nicht dessen Kapitän Claus Peter Reisch öffentlich für die »überaus großzügige Unterstützung« bedankt hätte. Die Spende hat die AfD und ihren kirchenpolitischen Sprecher Volker Münz auf den Plan gerufen. Er halte es für ein »Unding, dass Kardinal Marx das private Rettungsschiff Lifeline mit Mitteln aus der Kirchensteuer unterstützt«, zumal die Arbeit von Lifeline »nur scheinbar christlich« sei, weil durch die Präsenz solcher Schiffe Menschen erst angelockt würden, wetterte Münz. Kardinal Marx antworte in der Bild, er habe »Hochachtung« vor Seenotrettern, auch wenn dies »keine politische Lösung für die Herausforderung der Migration« sei. Aber wenn das Mittelmeer zu einem Friedhof werde, hätte Jesus auch nicht tatenlos zugeschaut.
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