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Hilft die Recycling-Jacke der Umwelt?

von Heike Baier vom 25.10.2019
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»Diese Jacke hier ist besonders grün, die stellen wir aus der Altkleidung her, die wir unten an der Kasse einsammeln«, versichert der Verkäufer eines großen Outdoor-Ladens. Er schwindelt – ein Blick auf die Firmenhomepage zeigt, dass die Jacke aus Abfällen der Stoffproduktion stammt. Denn am Recycling von gebrauchten Kleidungsstücken zu neuen Kleidungsstücken – dem ersehnten »closed loop« – beißen sich Outdoor-Firmen seit bald dreißig Jahren die Zähne aus. Auch heute noch. Dennoch steigt der Anteil recycelter Fasern in Outdoor-Kollektionen kontinuierlich. Woraus ist diese Kleidung dann hergestellt? Antwort: Zu schätzungsweise neunzig Prozent aus Plastikflaschen. Die haben nämlich den Vorteil, dass sie ein sehr hochwertiges Polyester (PET) ohne Farbstoffe liefern und gleichzeitig absolut sortenrein vorliegen. Beim PET-Recycling werden gegenüber der Herstellung von Polyester aus Rohöl fünfzig Prozent der Energie und der CO2-Emissionen eingespart, rechnet die Firma Vaude vor. Das ist schön, denn die Synthetik-Herstellung gilt als ungeheuer energieintensiv. Doch wäre es nicht sinnvoller, aus einer Flasche wieder eine Flasche zu machen, statt sie um die halbe Welt zu verschiffen und daraus in Asien einen Faden zu spinnen?

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