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Eine Vater-Sohn-Reise wie ein Proseminar

von Kathrin Rothenberg-Elder vom 23.10.2020
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Roman. Dieser Roman beschreibt eine klassische Entwicklungsreise entlang eines klassischen Stoffs – der Odyssee von Homer. Der Autor Daniel Mendelsohn ist ein bekannter New Yorker Intellektueller und Altphilologe und das lässt er einen während der Lektüre auch nicht vergessen: Sein Vater, Jay Mendelsohn, über achtzig und pensionierter Mathematiker, nimmt an einem Uni-Seminar teil, in dem sein Sohn Studenten die Odyssee nahebringt. Der Vater platzt immer wieder mit Kommentaren heraus, empört darüber, dass Odysseus weint, Schwäche zeigt, lügt und täuscht. Das Seminar wird zum Wendepunkt einer Vater-Sohn-Beziehung, die nicht immer einfach war. Während die Handlung der Odyssee im Seminar voranschreitet, wird parallel dazu die Familiengeschichte der Mendelsohns erzählt. Und schließlich begeben sich Vater und Sohn tatsächlich auf eine Reise, eine Mittelmeerkreuzfahrt, auf der die Schauplätze der Odyssee besucht werden. Man ahnt es: Die Reise ist auch eine Metapher für die innere Reise der beiden Männer zueinander.

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