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Das unverwüstliche Prinzip Papst

Eine Ausstellung in Mannheim lässt die Einheit des Abendlandes noch einmal auferstehen
von Michael Schrom vom 10.11.2017
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So viel Pathos muss man erst mal wagen: »In der globalen religiösen, moralischen, kulturellen und politischen Krise der Gegenwart, wie sie die Menschheitsgeschichte bisher nicht gesehen hat, kommen in Rom, dem Mittelpunkt der katholischen Welt, wie in einem Brennglas alle Hoffnungen und Befürchtungen der Menschheit zusammen.« Mit diesem Satz beginnt Kardinal Gerhard Ludwig Müller, bis zu seiner Entlassung Sekretär der Glaubenskongregation in Rom, seine theologischen Erwägungen zum Papstamt (»Der Papst«, Herder 2017). Man kann sich fragen, wie er zu der Behauptung kommt, dass wir uns in einer Krise befinden, wie sie die Menschheit noch nicht gesehen hat. Oder wo er beobachtet hat, dass alle Hoffnungen auf den katholischen Kirchenführer gerichtet seien. Aber in einem Punkt hat er recht: In der globalen Welt unter den Gesetzmäßigkeiten der Medien verdichtet sich die Wahrnehmung des Christentums als Weltreligion wie in einem Brennglas auf die Figur des Papstes. Als beispielsweise Benedikt XVI. seine islamkritische »Regensburger Rede« hielt, brannten im islamischen Kulturkreis Kirchen – egal, ob diese katholisch, evangelisch oder orthodox waren. Hier zeigt sich unter den schillernden Bedingungen der Postmoderne ein untergründig wirksamer Einheitsgedanke. Zugleich gilt, was Volker Reinhardt in seiner aufschlussreichen Papstgeschichte bilanziert (»Pontifex«, C. H. Beck 2017): »Keine andere Institution der Geschichte hat ihre eigene Geschichte so oft und so kreativ neu erfunden ... wie das Papsttum.«

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