Der Kampf um die Fluchtursachen
Angela Merkel hat es gesagt, Papst Franziskus, Gregor Gysi und auch Frauke Petry. Selten ist ein Satz von so vielen verschiedenen Seiten für sich beansprucht worden wie dieser: »Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen.« Doch was heißt das? Um die Deutungshoheit wird gerungen. Der Kampf um die Fluchtursachen gleicht einem Tauziehen: Spricht die Bundesregierung von einer »Verbesserung der Lebensumstände in den Heimatländern«, ist das oft politisches Kalkül: Verschleiert wird damit, dass Deutschland keine vernünftige Strategie zur Einwanderung hat. Habe man erst die Fluchtursachen erfolgreich bekämpft, brauche man kein Einwanderungsgesetz mehr, so die fatale und falsche Logik. Gleichzeitig wird die Absicht deutlich: Die Fluchtursachen sollen bekämpft werden, damit möglichst keine Flüchtlinge mehr nach Europa kommen.
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