Emp f indungen belichten
Der in der Hafenstadt Husum geborene Künstler Jochen Hein malt Landschaften: Meer, Himmel, Bäume. Zumindest ist es das, was man auf den ersten Blick, aus einiger Entfernung, sieht. Nähert man sich, zerstäubt das Bild, das unser Hirn da hervorgebracht hat, in Farbe und Lichtreflexe. Was Jochen Hein mit Acrylfarbe auf Leinwand, Jute, Baumwolle oder Holz bringt, gibt es eigentlich gar nicht: Die Landschaften bilden keine spezifischen Orte ab, nichts, was man fotografieren könnte. Jochen Hein will die Welt nicht kopieren. Stattdessen lässt er, während das Bild entsteht, Empfindungen und Kindheitserinnerungen Raum. Landschaften und Meer sind seit jeher Projektionsflächen unserer Ängste und Sehnsüchte. Jochen Hein spielt damit. »Projektionsfläche«, das hat ein schlechtes Image, aber für Hein gibt es kein »Dahinter«. »Was wir haben, ist Oberfläche, und allerhand davon«, sagt er. Ihre Tiefe gewinnt sie im unverstellten Blick auf die Welt, im Zusammenspiel von äußerer Erscheinung und innerer Empfindung.
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