in Memoriam
Kämpfer gegen Monsanto
In einem Alter, in dem andere sich zur Ruhe setzen, betrat Percy Schmeiser die Weltbühne als Warner vor gentechnisch verändertem Saatgut, denn im Jahr 1997 fand der damals 66 Jahre alte kanadische Landwirt und Saatgutzüchter auf seinen Feldern gentechnisch veränderte Pflanzen. Zwei Jahre zuvor hatte der Agrochemie-Konzern Monsanto in Kanada gentechnisch verändertes Rapssaatgut eingeführt, das resistent gegen ein Herbizid ist. Ein Sturm hatte die Samen vermutlich verweht. In einem Akt zivilen Ungehorsams säte Schmeiser einen Teil der Samen im folgenden Jahr aus. Monsanto verklagte ihn daraufhin wegen Patentverletzung. Doch Schmeiser beharrte darauf, dass Landwirte seit jeher das Recht hätten, Saatgut auf ihrem Land zu vermehren. Als 2008 abermals gentechnisch veränderte Pflanzen auf seinen Feldern auftauchten, verklagte der Nachfahre bayerischer Auswanderer Monsanto wegen fortgesetzter Kontamination seiner Felder.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
