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Anders leben

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Gerade mal 32 Minuten sind es mit der Tram von Kassel bis in eine andere Welt. Eine Welt, die dem kapitalistischen Zwang entsagt. Sie liegt in Kaufungen, einst ein Dorf, inzwischen ein Vorstädtchen im Kasseler Speckgürtel. Die Geburtsstunde dieser Parallelwelt war 1986. Heute ist die »Kommune Niederkaufungen« eine der bekanntesten ökosozialen Gemeinschaften Deutschlands. Mit fast sechzig Erwachsenen sowie zwanzig Kindern und Jugendlichen, verteilt auf vier Häuser und 10 000 Quadratmeter, ist sie auch eine der größten. Die Kommune setzt auf Selbstverpflegung, ein Blockheizkraftwerk produziert emissionsarm Strom und Heizwärme, auf den Dächern wird Sonnenenergie geerntet, Regenwasser für den Garten und die Toiletten in Tanks gesammelt. Die Mitglieder teilen Autos, E-Bikes, Waschmaschinen, Kleidung. Die ökosoziale Utopie hat über die Jahre Ableger im Geiste bekommen. So ist in der Region Kassel ein kleines Cluster aus sechs Kommunen gewachsen, die sich im »Interkomm«-Netzwerk zusammengeschlossen haben. Jede praktiziert auf ihre Weise eine gemeinsame Ökonomie, Entscheidungen fallen im Konsens.

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