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Arbeiten, bis der Arzt kommt

Die »Wirtschaftsweisen« wollen das Arbeitszeitgesetz aushebeln und die Nachtruhe verkürzen. Das ist nicht weise, sondern zerstörerisch
von Eva-Maria Lerch vom 24.11.2017
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Deutsche Arbeitnehmer gehen morgens um acht ins Büro und lassen um 16 Uhr den Griffel fallen. Dieses weltfremde Zerrbild scheinen die fünf »Wirtschaftsweisen« bei der Erstellung ihres aktuellen Jahresgutachtens an die Wand gemalt zu haben. Denn sie fordern die Politik allen Ernstes dazu auf, das Arbeitszeitgesetz weiter auszuhebeln und die Arbeitszeit »vor dem Hintergrund der Digitalisierung zu flexibilisieren, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu gewährleisten«. Der Achtstundentag, der bisher maximal auf zehn Stunden ausgeweitet werden darf, sei »veraltet«, behauptet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Stattdessen solle allenfalls die maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden weiter gelten. Auch die vorgeschriebene Pause zwischen zwei Arbeitstagen müsse von elf auf neun Stunden verkürzt werden. Die FDP hat sich diese Forderungen bereits zu eigen gemacht und will sie in die Koalitionsverhandlungen einbringen.

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