Sprachlos in Moskau
Dialoge, so heißt es im Duden, sind Gespräche, die zwei Interessengruppen führen, um die gegenseitigen Standpunkte kennenzulernen. Möglichst mit der Absicht, Gemeinsamkeiten zu finden. Auf die jüngste evangelisch-orthodoxe Begegnung im Moskauer Danilow-Kloster traf dies nur einmal zu, als es um eine für beide Kirchen existenzielle Frage ging: Wie können wir die Menschen von heute erreichen? Vladimir Legoyda, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Moskauer Patriarchats, setzt seine Hoffnung ganz auf soziale Medien: »Dort müssen wir präsent sein.« So bemühe man sich um Kontakt zu Bloggern, lade sie ein, zum Beispiel über die tägliche Arbeit in einem Kinderhospiz zu berichten. Gehen die Internet-Tagebuchschreiber darauf ein, seien sie wertvolle Multiplikatoren. Denn Hunderttausende junge Menschen, die mit Kirche sonst nichts am Hut haben, lesen diese Beiträge. Aber, so die Gegenfrage des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, darf man das Zeugnis einfach so als Missionsstrategie nutzen? Das war es dann schon mit der theologischen Auseinandersetzung. Alle anderen Themen entwickelten sich mehr oder weniger zu Monologen, in denen beide Seiten ihre Sicht der Dinge vortrugen und vor allem Unterschiede betonten.
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