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Trumpismus
Hoffen in düsteren Zeiten

Donald Trump ist abgewählt. Die Hoffnung keimt, nun werde alles besser. Doch der Trumpismus wirkt fort – und selbst die weltweit aktiven Kirchen sind kein leuchtendes Gegenmodell.
von Alexander Schwabe vom 18.11.2020
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Joe Biden: Wie viel Hoffnung ist berechtigt? (Foto: pa/ap/Harnik)
Joe Biden: Wie viel Hoffnung ist berechtigt? (Foto: pa/ap/Harnik)

Als das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in den USA feststand, haben viele Amerikaner in den Straßen gefeiert. Sie wirkten wie von einem Albdruck befreit. Die Hoffnung ist zurück. Nur: Ist sie berechtigt? Sicher wird manches besser werden als unter Trump: die Kommunikation, der Umgang miteinander. Doch Joe Biden ist so wenig ein Messias wie Barack Obama einer war. Und die Zeiten lassen sich nicht zurückdrehen. Will der neue Präsident das Land versöhnen, wird er den 73 Millionen Trump-Wählern Zugeständnisse machen müssen. Er wird einen neuen Ton anschlagen, in der Sache jedoch an vielen Positionen Trumps festhalten. Es ist nicht einmal ausgemacht, dass die USA dem Klimaabkommen wieder beitreten werden. Dies hängt auch von den endgültigen Mehrheitsverhältnissen im Kongress ab. Vor allem aber ist mit der Abwahl Trumps der weltweite Hang zum Nationalismus nicht gebrochen: Russland wie China werden ihre an nationalen Interessen orientierte Politik fortsetzen. Biden wird wie Trump auf die Strategie »America First« setzen.

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