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Sand im Getriebe

Der 20jährige Abiturient Thorsten Paprotny schildert Erfahrungen aus dem Schulalltag und entwickelt Gedanken für eine Schule der Zukunft
von Thorsten Paprotny vom 04.05.2012
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Sind die Lehrer an allem Schuld, auch am Unterrichtsausfall? Die Schüler, das weiß ich aus eigener Erfahrung, haben gegen gelegentlichen Stundenausfall wenig einzuwenden. Doch Unmut staut sich auf und bringt auch Eltern zu Recht auf die Barrikaden gegen die Schulbürokratie, wenn eine Lehrerin im Anschluß an sechswöchige Sommerferien einen vierwöchigen Bildungsurlaub in Frankreich antritt. Als die larmoyante Heimkehrerin dann den Schülern verspricht, »zu klotzen und nicht zu kleckern« und Engagement zeigen möchte, aber nur Spott und Stöhnen erntet, übt sie sich nach einer denkbar kurzen Lehrperiode im Krankfeiern. Diese Mischung aus Inkompetenz und Unglaubwürdigkeit führt dazu, daß ein Großteil der Schüler, die ohnehin mit David-Hasselhoff-TV-Serien und dem Homecomputer mehr anzufangen wissen als mit Expontentialfunktion und Ionenkanälen, sich endgültig desinteressiert vom aktiven Unterrichtsgeschehen zurückziehen. Nicht einmal im Sportunterricht, der selbst heute nicht selten eher einer paramilitärischen Ausbildung für Offiziersanwärter gleichkommt, vermögen die Schüler abzuschalten. Die aufgestaute Gewalt entlädt sich regelmäßig in den Pausen, auf den Schulhöfen, auf dem Heimweg, Alkohol und Aufputschmittel werden bisweilen sogar mit nachhaltiger Unterstützung der Erziehungsberechtigten konsumiert, um von den Sorgen, den privaten wie den schulischen, abzulenken, schließlich muß das Abitur noch irgendwie geschafft werden.

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Schlagwörter: Lehrer Schule Schüler
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