Das Unvorstellbare zeigen

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DVD/Blue-Ray. In diesem Kurzdokumentarfilm über das System der Vernichtungslager, zehn Jahre nach der Befreiung von Auschwitz gedreht, schleicht sich das Grauen auf leisen Sohlen ein. Regisseur Resnais nähert sich dem Unvorstellbaren sehr behutsam. Er zeigt die von Gras überwachsenen Lager mit ihrem rostenden Stacheldraht und unternimmt einen Rundgang durch die riesigen Anlagen. In einer Montage mit Archivaufnahmen wird Schritt für Schritt die Vorgeschichte dieser totenstillen Idylle sichtbar. Das Ausmaß des Verbrechens wird nicht mittels abstrakter Zahlen verdeutlicht, sondern anhand von Spuren der Opfer: ein schier unendlicher Berg von Frauenhaar; von Fingernägeln eingekerbte Rillen in den Betonwänden der Gaskammern. Ein KZ-Überlebender, der Lyriker Jean Cayrol, legt mit seinem von Paul Celan übersetzten Off-Kommentar Zeugnis einer Massentötung ab, wie sie in der Menschheitsgeschichte ohne Beispiel ist. Hanns Eisler schuf die eindringliche Filmmusik dazu. Kurz nach Fertigstellung sorgte der Film übrigens für einen politischen Skandal: Als er 1956 für die Filmfestspiele in Cannes nominiert wurde, versuchte die damalige Bundesregierung die Aufführung zu verhindern und erntete dafür internationale Proteste. Jetzt ist der Dokumentarfilm auf Blu-Ray erhältlich, ergänzt um ein Booklet mit Texten von Paul Celan und anderen.
Resnais (Frankreich 1956), 32 Min., absolut medien
