Hexenjagd in Papua-Neuguinea
Als der sechsjährige Jonathan die vielen Menschen zum Dorfplatz strömen sieht, glaubt er, ein großes Fest werde vorbereitet. Doch dann sieht er, wie einige Männer auf seine Mutter Cristina zusteuern. Sie rufen »Hexe« und zerren seine Mutter nach vorne zum Feuer. Sie fesseln die Frau an Pfähle und verbinden ihr die Augen. Das ganze Dorf schaut zu, als die Folterer der wehrlosen Mutter die Kleider vom Leib reißen. Als die Männer mit Messern zustechen, suchen einige Kinder Hilfe bei der Missionsstation, wo Schwester Lorena, Schwester Gaudencia und die anderen Ordensfrauen wohnen. Die Schweizer Missionsschwestern sind in der Region um die Stadt Mendi im Hochland von Papua-Neuguinea bekannt. Als Helferinnen und geistliche Autorität werden sie geschätzt. Schwester Gaudencia eilt sofort herbei und versucht, die Frau in Sicherheit zu bringen. Doch gegen die wütende Meute ist sie zunächst machtlos. Als es anfängt zu regnen, schleppen die Folterer Cristina in eine Hütte. Trotz heftiger Schmerzen ist ihr Überlebenswille ungebrochen. Um die Folterer zu überlisten, schiebt sie sich einen Stein zwischen die Beine und ruft : »Die Hexe, sie ist in mir. Befreit mich.« Die Männer begrabschen Cristinas Körper und fingern schließlich einen von Lehm und Blut verschmierten Stein hervor. Der Zauber scheint gefunden. Die Situation beruhigt sich. Eine List rettet Cristina das Leben. Einige Zeit später liegt sie erschöpft im Krankenbett der Missionsstation, wo sie von Schwester Gaudencia behandelt wird.
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