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Der richtende Blitz

Dass Gott das letzte Wort hat, gehört zum Kernbestand des Christlichen. Aber just mit dieser befreienden Perspektive wurde von den Kirchen viel Angst aufgebaut. Jetzt scheinen sie selbst gerichtet. Eine Adventsbetrachtung
von Gotthard Fuchs vom 28.11.2023
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Der Jesuit Alfred Delp schrieb diese Sätze vor bald 80 Jahren, und es scheint, als würde die Kirchenmitgliedschaftsstudie sie auf dramatische Weise bestätigen: waren es damals noch mehr als 90 Prozent der Deutschen, die christlich glaubten, sind es jetzt gerade mal noch 20 Prozent. Betroffen sind nicht nur die Kirchen und ihre mangelnde Attraktivität, es betrifft die Präsenz des Christlichen in Gesellschaft und Alltag – und das ist keineswegs folgenlos für deren Zusammenhalt und Humanität ... Überall wird ja der Wertemangel beschworen, die Zunahme von Aggressivität und Eigensucht ist allseits spürbar. Dringlicher denn je bräuchten wir jene Ressourcen, die mit dem Evangelium in die Welt kamen. Dass jeder Mensch unhintergehbare Würde habe, ist ja keineswegs selbstverständlich, von proaktiver Fremden-, ja Feindesliebe ganz zu schweigen, und von den Nöten von Mütterchen Erde erst recht. Nein, der Niedergang der Kirchen und das Verschwinden des Gottesglaubens kann keinen gleichgültig lassen. Zu viel steht auf dem Spiel.

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