Missbrauch und Erinnerungskultur
Missbrauchstäter wird weiterhin mit Straßennamen geehrt
Ein Bürgerentscheid in der Oberpfälzer Gemeinde Eslarn hat dafür gesorgt, dass die Georg-Zimmermann-Straße nicht umbenannt wird. Obwohl der ehemalige Diözesanmusikdirektor und Priester des Bistums Regensburg Georg Zimmermann (1916-1984) ein verurteilter Sexualstraftäter war und wegen Kindesmissbrauchs im Gefängnis saß, stimmten 57,7 Prozent von 1360 Einwohnern gegen eine Umbenennung. Bürgermeister Rainer Gäbl (SPD) zeigte sich von dem Ergebnis tief enttäuscht. Der Sprecher des Betroffenenbeirats im Bistum Regensburg, Manuel Druminski, sagte: »Für uns Betroffene gilt damit, dass wir ein weiteres Mal zu Opfern gemacht werden. Unser Leid wurde von Argumenten wie Kosten, Bequemlichkeit und Desinteresse begraben.« Die Bürgerinitiative argumentierte, dass die Umbenennung einen großen finanziellen und organisatorischen Aufwand bedeutet hätte. Doch dieses Argument ist nicht stichhaltig. Die Gemeinde hatte im Vorfeld angekündigt, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Für den Rest wollte ein Missbrauchsbetroffener aufkommen. Auch der örtliche Pfarrer und der Regensburger Bischof hatten die Umbenennung unterstützt.
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