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Kolumne von Anne Lemhöfer
Die Kamera liebt den Winter

Früher flimmerten bei unserer Kolumnistin an dunklen Abenden Dias im Wohnzimmer, heute sorgt ihr Smartphone für Gemütlichkeit. Eine Liebeserklärung an Winterfotos.
vom 07.01.2025
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Besser mit Mütze: Da sieht das Selfie zwar nicht unbedingt gut, aber wenigstens lustig aus. (Foto: istockphoto/shironosov)
Besser mit Mütze: Da sieht das Selfie zwar nicht unbedingt gut, aber wenigstens lustig aus. (Foto: istockphoto/shironosov)

Früher (beziehungsweise in grauer Vorzeit, ich meine die 1980er-Jahre) ratterten im Winter die Rollläden runter, und die Dia-Projektoren wurden angeworfen. Meistens geschah das irgendwann um die Weihnachtsfeiertage herum, wenn die Menschen, die es zu beeindrucken galt, sowieso bei einem rumhockten oder man selbst bei ihnen. Sommerurlaub, während draußen der Schneeregen rieselte. Ich muss gestehen, ich habe das geliebt. Ich kann die passive Aggressivität der meisten Menschen nicht verstehen, wenn sie stöhnend von den Dia-Abenden ihrer Kindheit berichten. Dünen, Sandburgen, Kinder mit Topf-Haarschnitt, Väter in Badehosen und Mütter, die nie auftauchten, weil sie ja die Fotos knipsten, woran sich bis heute nichts geändert hat. Ist doch super. Dazu gab es Plätzchen und Punsch. Und ein großes Hallo, wenn das Bild plötzlich auf dem Kopf stand. Mal die Perspektive wechseln ist schließlich die Basis des menschlichen Fortschritts.

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