Igelstation
»Kranken Tieren muss man helfen«
Wenn mir jemand einen Igel bringt, schaue ich als Erstes, ob es ein Weibchen oder ein Männchen ist. Dafür stelle ich den Igel vor mich auf den Behandlungstisch und hebe das Hinterteil hoch. Dann sieht man die Geschlechtsorgane. Das ist gerade im Sommer wichtig, denn Weibchen können trächtig sein. Manche Medikamente darf man ihnen nicht geben. Gut ist es, wenn die Leute eine Kotprobe mitbringen. Die schaue ich unter dem Mikroskop an und sehe, ob der Igel Parasiten hat. Eigentlich haben alle Igel Parasiten, Flöhe und Zecken. Gut ernährte, gesunde Tiere kommen damit zurecht, kranken muss man helfen. Aber Igel sind sehr empfindlich. Viele Mittel für Hunde und Katzen töten sie.
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Sibille Zillinger, geboren 1967, arbeitet vormittags als Krankenschwester, nachmittags versorgt sie Igel. Sie lebt in Otzing im Landkreis Deggendorf.

