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Lachen und Geschirrklappern erfüllen das Pfarrheim Maria Himmelfahrt im oberbayerischen Miesbach: Um die zwanzig Leute sind zum Treffen der Selbsthilfegruppe »Systemsprenger« gekommen, es duftet nach Kaffee und Zitronenkuchen, auf dem Gang spielt eine Gruppe Kinder. Mittendrin sitzt Oliver S., mit einem Papier in der Hand. Es ist ein bisher fehlendes Puzzleteil, das vieles erklärt, in seinem, wie er sagt, »etwas verkorksten, irgendwie merkwürdigen Leben«. Seit zwei Tagen hat er seine Diagnose schwarz auf weiß. Dass etwas nicht stimme mit ihm, das war aber schon in seiner Kindheit klar, als er stets unangenehm auffiel, nie ins Schema passte, immer aneckte. Jetzt steht hier: ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Olivers Kindheit wäre wohl einfacher gewesen, wäre damals schon klar gewesen, dass er an dieser Störung der neuronalen Entwicklung leidet, die nicht nur Symptome wie das klassische Zappelphilipp-Verhalten auslösen kann, sondern auch Probleme in der Impulskontrolle, im Sozialverhalten, bei der Selbstregulation und vielem mehr. Heute weiß Oliver all das, hat selbst zwei Söhne mit ADHS und fördert sie, wo er nur kann. Damals, in seiner Kindheit, war das anders.
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Friederike Weede ist Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk. Sie lebt in der Nähe von München.

