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Wir sind gebürtlich

Nicht nur sterblich. Hannah Arendts Umkehr des traditionellen Denkens vom Menschen.
von Matthias Morgenroth vom 18.02.2025
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Da widerspricht erst mal niemand: Wir Menschen sind sterblich. Mehr noch, wir sind die »Sterblichen«. Die Griechen gaben uns diesen Titel mit auf den Weg. Da hängt ein interessanter Gedanke dran, den die griechische Philosophie stark machte. Denn die sterblichen Menschen sind mit diesem Attribut nicht nur anders als die »Unsterblichen«, die Götter, sie unterscheiden sich auch von allem übrigen Leben auf dieser Welt. Aus menschlicher Perspektive existiert nach griechischem Denken alles nicht menschliche Lebendige auf dieser Erde als Gattung, nicht als Individuum. Bienen, Bären, Bäume sind – gefühlt – immer da, werden nicht vermisst, obwohl die einzelnen Lebewesen natürlich auch sterben. Bienen, Bären, Bäume sind sich zudem, so zumindest die landläufige Meinung, ihrer Endlichkeit nicht bewusst. Das Bewusstsein, sterblich zu sein, sei dem Menschen zu eigen. Und damit bestimmt dieses Merkmal – auch die Angst vor dem Tod – nur uns Menschen so sehr, dass wir eben »Sterbliche« genannt werden können.

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