Wie geht das?
Die Sprache des Friedens
Wenn man einem Menschen Liebe schenkt«, fragte mich eine Dichterin aus Beirut, »gibt es dann noch etwas, das man ihm darüber hinaus geben könnte?« Es war November 2025, wir unterhielten uns im marokkanischen Nador, wo wir beide an einem internationalen Kongress teilnahmen, der sich mit Fragen des Friedens und des politischen Wandels befasste. Die Veranstaltung fand im Rahmen des 14. Filmfestivals von Nador statt. Unter den Teilnehmern des Kongresses befanden sich hochrangige Politiker, darunter ehemalige Minister aus Europa, Lateinamerika und einigen arabischen Ländern, aber auch Literaten und Wissenschaftler. Den Veranstaltern des Kongresses ist etwas gelungen, das in der heutigen Welt äußerst wertvoll und leider immer seltener ist: Sie schufen einen Raum für gute Kommunikation, der über politische und kulturelle Differenzen hinweggeht. Die Frage der Dichterin überraschte mich jedoch ein wenig. »Ich meine das nicht als Fangfrage«, fügte sie lächelnd hinzu, als sie mein Zögern bemerkte. »Man kann einem Menschen sehr wohl mehr geben als Liebe. Eine gemeinsame Zukunft nämlich. Eine gute Zukunft, versteht sich. Das gilt für romantische Beziehungen, aber auch für Gesellschaften und Staaten.«
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Stanislaw (Stan) Strasburger ist Schriftsteller, Übersetzer und Kulturmanager. Seine Schwerpunkte sind Eutopie, Erinnerung und Mobilität. Zudem ist er Ratsmitglied des internationalen Vereins »Humanismo Solidario«.

