Gut zu lesen
Warnung der Schabrackenhyäne
Es fällt mir schwer, dieses Buch aus der Hand zu legen oder ins Regal zu stellen. Faszinierende Naturfotos von Wildtieren, meisterhaft fotografiert und erstklassig kommentiert: die »Wildlife Fotografien des Jahres« (Knesebeck. 160 Seiten, großes Querformat). Immer wieder entdecke ich in den Fotos Aspekte, die mir beim ersten Anblick entgangen sind, auch beim zweiten Anschauen. Und es sind nicht nur Fotos von »lieben« Tieren, keine romantische Sicht, sondern klare Situationsfotos, die sich gleichwohl stunden-, manchmal tage- und wochenlanger Mühe und Geduld der Photographen verdanken. Die Auswahl des Foto-Text-Bandes geht zurück auf den Wettbewerb für Naturfotografie, der seit 1965 vom BBC Wildlife Magazine durchgeführt wird. 1984 schloss sich das Magazin mit dem britischen Natural History Museum zusammen und der Wettbewerb in seiner heutigen Form entstand; mittlerweile gilt er als einer der renommiertesten Naturfotowettbewerbe weltweit. Naturfotografierende aus aller Welt können sich in 19 Kategorien bewerben. Zum ersten Wettbewerb 1965 erhielt die Redaktion 361 Einsendungen, heute sind es mehr als 60 000 Fotos aus 117 Ländern. Er gilt als »Oscar« der Naturfotoszene und krönt den »Wildlife Photographer of the Year«. Diese weltumspannende Arbeit finde ich hoffnungsvoll, denn ähnlich wie in der Musik sind hier Grenzen, Nationalitäten, Kulturen und politische Dogmen irrelevant. Die preisgekrönten Fotos werden in einer Wanderausstellung an mehr als 35 Orten weltweit gezeigt. In einigen Museen (etwa bis 28. 6. in Basel) und auf einigen Websites (zum Beispiel auf www.nhm.ac.uk/wpy und srf.ch/wissen/natur-tiere/wildlife-photographer-2025).
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Norbert Copray ist geschäftsführender Direktor der Fairness-Stiftung. Er leitet seit 1977 das Rezensionswesen von Publik-Forum

