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Ich brauche den Wald

Als Kriegsreporterin sah ich viele Tote und traf Überlebende, die nicht wieder ins Licht finden. Nun sitze ich auf einem Baumstamm und die Geräusche um mich höre ich wie ein Gespräch.
von Andrea Jeska vom 14.04.2025
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Seit mehr als zwei Jahrzehnten reise ich als Journalistin in Länder, in denen das Leben viel Leid bedeutet. Ich habe die Gewalt und den Hass gesehen, die Gräben, die uns trennen. Privilegierte Menschen kennengelernt, die glauben, besser zu sein als andere, und Verzweifelte, die ihr Leben riskieren, ihre Heimat zurücklassen, um in Sicherheit zu sein. Ich sah als Kriegsreporterin viele Tote und traf Überlebende, die nicht wieder ins Licht finden. Die Fragmentierung dieser Welt in Überfluss und Mangel scheint mir oft unerträglich. Um sie zu ertragen, brauche ich Orte der Ganzheitlichkeit. Ich brauche den Wald. Dicht und dunkel darf er sein, gern schon im Dämmerlicht liegen. Ich fürchte mich vor manchem: Vor dem Wald fürchte ich mich nicht.

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Schlagwörter: Natur Wald
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