Schön-Schreiben
Die widerspenstige Feder
Wenn Bruder Alois Maria Weiß im Kloster Münsterschwarzach zur Feder greift und mit dem Schreiben beginnt, bedeutet dies für ihn Meditation. »Man kommt zur Ruhe. Man konzentriert sich auf einen Text von Bedeutung. Man konzentriert sich im Grunde auf jeden Strich, den man macht«, sagt der 64-Jährige, der eigentlich als Pförtner und Hausmeister des Benediktinerklosters arbeitet. Trotzdem spielt die uralte klösterliche Schreibtradition eine bedeutende Rolle in seinem Leben: Im Gästehaus vor Ort betreut er Kalligrafie-Kurse. Er hat ein aufwändiges Evangelienbuch für die Liturgie verfasst. Er gestaltet Plakate. Und er ist seit Jahren immer dann zur Stelle, wenn es im Kloster einen schmückenden Schriftzug braucht. Als ein Teil der Klostergebäude in den 1990er-Jahren saniert wurde und jeder Raum einen Namen erhielt, war er mit dem Pinsel zur Stelle. Er gestaltete verschiedene Wappen auf dem Klostergelände.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Michaela Schneider lebt und arbeitet als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kultur, Medien und Gesundheitspolitik in Würzburg und dem Allgäu.

