Biografie am Lebensende
Frau Meißner muss sterben
Denken Sie für einen Moment an Ihren Lieblingsfilm aus Ihrer Kindheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Geschichte mit einem verstorbenen Menschen oder Tier beginnt, ist erstaunlich hoch. In den meisten Disney-Klassikern ist die Hauptfigur ein Waisenkind: Bambi, Cinderella, Mogli oder Aladdin – um nur einige zu nennen. Das auffallend präsente Motiv des Kindes mit mindestens einem verstorbenen Elternteil ist kein Zufall. Es dient als Katalysator für die persönliche Entwicklung der Charaktere: Die Figuren starten in einer Welt, die sie herausfordert, Mut und Autonomie zu entwickeln. Es geht um Identitätsfindung, das Überwinden von Widrigkeiten und darum, über sich hinauszuwachsen. Wenn wir ein Waisenkind auf der Leinwand bei seiner Lebensreise begleiten, die unter tragischen Umständen startet, fühlen wir als Zuschauende schnell eine emotionale Bindung zu ihm.
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Sabrina Görlitz ist ausgebildete Journalistin und zertifizierte Palliativbegleiterin. Über die Kraft des Geschichtenerzählens in der Sterbebegleitung schreibt sie in ihrem Buch »Letzte Gefühle – über das Sterben, Trauern und die Liebe, die bleibt«, erschienen 2023 bei Beltz. Seit 2024 vermittelt sie ihre Methode der Palligrafie in Fortbildungen und Workshops. Mehr Informationen unter: www.storycare.de

