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Bei der Königin der Kurzgeschichte
Gabriele Wohmann

Wie stellt sie es sich vor, im Himmel anzukommen? Das wagte ich zu fragen, weil ich vermutete: Auch diese Antwort würde sich aus der hiesigen Welt nicht davonstehlen. Und so war es dann auch.
von Georg Magirius vom 18.09.2025
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(Foto: Jule Kühn)
(Foto: Jule Kühn)

Das Werk der Schriftstellerin Gabriele Wohmann umgibt einige Superlative. Sie wird schon mal in einer Reihe mit Goethe, Schiller und Thomas Mann genannt. Jugendliche lesen in den Schulen Erzählungen von ihr. Sie gilt als Königin der Kurzgeschichte. Auch wenn sie sich auf hervorragende Weise kurzfassen konnte, stammt von ihr das wohl umfangreichste deutschsprachige literarische Werk der vergangnen Jahrzehnte. Trotz dieser Superlative galt ihr Interesse nicht dem Stärksten, Höchsten, Schönsten. Oder doch! Nur wollte sie das im Gewöhnlichen entdecken, in ihrer unmittelbaren Nähe. Deswegen besuchte ich vor einigen Jahren die damals 78-Jährige in ihrem Haus im Park Rosenhöhe in Darmstadt. Ich wollte mit ihr über das Schöne, Ewige, den Himmel sprechen, das Paradies. Aus natürlichen Gründen gibt es darüber keine handfesten Informationen. Dazu gilt Gabriele Wohmanns Schreiben als realistisch. Kaum jemand habe so scharf wie sie beobachtet, heißt es oft. Allerdings war mir aufgefallen: Die Heldinnen und Helden ihrer Geschichten sind häufig spielerisch veranlagt, sehnsüchtig. So überlegen sie immer wieder einmal, was nach dem Tod kommen könnte. Verblüffend, ungewöhnlich konkret und manchmal sogar komisch lesen sich diese Überlegungen.

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Schlagwörter: Alltag Literatur
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